10.01.2023 18:38 Uhr
Der F.C. Hansa hat im Trainingslager im türkischen Belek ein Testspiel über viermal 30 Minuten gegen den Zweitliga-Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth mit 4:1 gewonnen. Das Spiel stand unter keinem guten Stern, da die Witterungsbedigungen der Partie beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten. Aber der Reihe nach...
Echtes „Schietwedder“ am Dienstag: Bereits in der Nacht hatte es im türkischen Belek ordentlich geregnet, was sich auch durch große Pfützen auf dem Weg zum Trainingsplatz bemerkbar machte. Der Starkregen machte auch vor der ersten Einheit nicht Halt – um 9:25 betraten die Profis schließlich das durchnässte Geläuf und absolvierten in Regenjacken zum Start in den Tag einen kleinen läuferischen Parcours.
Auch anschließend wurde die Intensität nach dem gestrigen Test (6:0-Sieg gegen Cracovia) und aufgrund des vorgezogenen abendlichen Spiels gegen Greuther Fürth bewusst niedrig gehalten – im Mittelkreis spielten sich die Akteure den Ball zu, welcher bei Kopfbällen und hohen Pässen stets in der Luft bleiben musste. Spaß kam dann gegen Ende des Trainings auf, als Morris Schröter die Bedingungen zu einer ausführlichen Grätsche nutzte und sich Ridge Munsy mit einem Knie-Rutscher anschloss. Kaum hatten sich die Jungs in der Kabine abgetrocknet ging es zurück ins Hotel.
Am Abend wurde dann die um einen Tag vorverlegte Begegnung gegen den Zweitliga-Konkurrenten Greuther Fürth angepfiffen. Aufgrund der ungünstigen Wetterprognosen mit Starkregen für den Mittwoch, an dem der Test eigentlich stattfinden sollte, wurde die Partie vorgezogen. Die damit verbundene Verlegung des Austragungsortes (es wurde im Maxx Royal Sportcenter in Antalya gespielt) hatte leider zur Folge, dass die Begegnung eigentlich ohne Zuschauer stattfinden sollte - aber beide Teams sorgten vor Ort dafür, dass die Fans doch zusehen konnten.
Bei Hansa sollten bis auf Sébastien Thill (Nasenbruch) alle ins Trainingslager mitgereisten Spieler im Einsatz kommen, auch Torhüter und Kapitän Markus Kolke war nach seiner Rippenprellung wieder mit an Bord. Die Teams hatten vorab vereinbart, dass dieser Test über vier Spielzeiten zu je 30 Minuten absolviert werden soll – das Wetter mit Regenfällen aus Kübeln sorgte aber für ziemlich chaotische Zustände. So wurde kurzfristig entschieden, dass die ersten beiden Spielabschnitte auf dieser Anlage stattfinden werden und dann für die beiden anderen Viertel auf einen Nebenplatz umgezogen wird.
Trainer Patrick Glöckner setzte dieses Mal auf ein 3-4-3 System und versuchte so auf dem nassen und schweren Untergrund den Druck vom eigenen Kasten wegzuhalten. Dies gelang im ersten Durchgang ziemlich gut, Hansa hatte mehr vom Spiel und die größeren Möglichkeiten in der Offensive. Die erste gute Chance nutzte in der 10. Minute Kevin Schumacher zur 1:0-Führung. Dabei profitierte er von einem zu kurzen Rückpass des Fürthers Gian-Luca Itter. Diesen konnte „Schumi“ aufnehmen und auf das Tor zulaufen. Fürths Keeper Andreas Linde war zwar noch dran, konnte den Treffer aber nicht verhindern. Danach gab es im Dauerregen wenige Höhepunkte, aber Hansa ist im Umschaltspiel hellwach. Nach einer Ecke des Gegners schaltete Ingelsson nach 28 Minuten am schnellsten und leitete einen Konter ein. Sein Ball auf Munsy wird von diesem auf die linke Seite verlagert, wo Kai Pröger aus zehn Metern direkt abschließt und zum 2:0 unter die Latte trifft.
Nach der ersten Pause, die von den beiden Trainern angesichts des strömenden Regens sehr kurz gehalten wurde, kam die Spielvereinigung etwas besser ins Spiel. Richtig gefährlich wurde es aber nur zweimal. In der 38. Minute nutzte Armindo Sieb eine der wenigen Nachlässigkeiten in der Hansa-Abwehr. Denn nach einem Freistoß im Mittelfeld ist die Hintermannschaft noch unsortiert, die Bayern München-Leihgabe Sieb ist links völlig frei und schlenzt den Ball rechts in den Winkel – nur noch 2:1 für Hansa. Vier Minuten später ist es wieder Sieb, der aus der Distanz einen abgefälschten Schuss auf die Reise schickte, doch Markus Kolke kann mit einer tollen Parade den Ball noch über die Latte lenken. Mehr passierte auf dem regengetränkten immer schwerer zu bespielenden Boden nicht – mit 2:1 gewann Hansa diese "erste Halbzeit" des zweigeteilten Tests gegen Fürth.
Mit ca. 15 Minuten Verspätung wurde die Partie dann auf dem Spielfeld eines Hotels auf der gegenüberliegenden Straßenseite fortgesetzt, beide Trainer nutzten bei dieser Gelegenheit die Chance zu einem kompletten Spielertausch. Mit frischen Kräften ausgestattet gelang es unserer Kogge wieder mehr Kontrolle über das Spiel zu bekommen und gefährlicher vor dem Kasten der Fürther aufzutauchen. So dauerte es auch nicht lange, ehe John Verhoek gleich mit der ersten Aktion mit dem 3:1 zur Stelle war. In der Folgezeit versuchte unsere Mannschaft das Aufbauspiel der Fürther nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, was gut gelang. Offensiv war es wieder einmal Haris Duljevic, der mit seiner individuellen Klasse für Unruhe sorgte. Kurz vor Ende des dritten Viertels war er im Strafraum bei einem seiner gefürchteten Sololäufe nur per Foul zu stoppen – den fälligen Elfmeter verwandelte er selbst mit einem Flachschuss in die rechte Ecke.
Im Schlussabschnitt entwickelte sich dann eine relativ zähe Begegnung, in der größere Chancen auf beiden Seiten ausblieben. Allerdings nutze Hansa-Coach Glöckner die Gelegenheit den beiden A-Jugendspielern Joshua Krüger und Milosz Brzozowski jeweils eine Viertelstunde Spielzeit zu gewähren - und die beide "Jungen Hanseaten" machten ihre Sache gut. Am Ende war der 4:1-Erfolg nicht mehr in Gefahr und stellte den zweiten Sieg im zweiten Testspiel in Belek dar. Am Sonnabend, 14.Januar 2023 gibt es dann kurz vor Ende des Trainingslagers den letzten Test gegen den bulgarischen Erstligisten CSKA 1948 Sofia.
F.C. Hansa (1. + 2. Viertel): Kolke – Roßbach, van Drongelen, Ananou – Schumacher, Rhein, Fröde, Schröter – Ingelsson, Munsy (49. Köster), Pröger
F.C. Hansa (3. + 4. Viertel): Körber – Lucoqui, Malone, Meißner – Neidhart (106. Ruschke), Lee (106. Krüger), Dressel, Strauß – Duljevic (91. Martens), Verhoek (91. Hinterseer), Fröling (106. Brzozowski)
Torfolge: 1:0 (10.) Schumacher, 2:0 (28.) Pröger, 2:1 (38.) Sieb, 3:1 (62.) Verhoek, 4:1 (88.) Duljevic
Das Spiel in (fast) voller Länge kann auf unserem HansaTV-Kanal auf youtube noch einmal angesehen werden.