02.10.2024 14:17 Uhr
Diese Serie ist fast unglaublich, aber leider tatsächlich Realität: der F.C. Hansa Rostock wartet seit mehr als 57 Jahren auf einen Sieg in Aue! Am 26. August 1967 gab es einen 2:1-Erfolg im Erzgebirge, Hansas damaliger Torjäger Gerd "Goldköpfchen" Kostmann war mit zwei Treffern der umjubelte Held dieses Spiels. Bis zum nächsten Aufeinandertreffen beide Teams am Sonnabend (5. Oktober 2024, Anstoß 14 Uhr), werden sagenhafte 20.860 Tage vergangen sein, in denen diese Serie Bestand hat. Es war zudem der einzige Auswärtssieg des FCH, den es in den bisher 56 Spielen (17 Hansa-Siege, 23-mal Aue) zwischen beiden Teams unter diesem Namen gab – die 20 Partien von Empor Lauter und Wismut Karl-Marx-Stadt als jeweilige Vorgänger-Clubs sind hier nicht berücksichtigt.
Nur 10 Begegnungen fanden dabei nach 1991 und damit im bezahlten Fußball statt, davon acht Partien in der 2. Bundesliga (fünf Aue-Siege, zwei Hansa-Erfolge). Der letzte Hansa-"Dreier" war dabei ein 1:0 im Ostseestadion (18. August 2006), und auch dieser Sieg hat inzwischen die Volljährigkeit erreicht… Lediglich einmal kreuzte man – so wie jetzt – in der 3. Liga die Klingen, das war in der Saison 2015/16 (2:0 für Aue und 0:0) der Fall, die Kogge blieb dabei gegen die "Kumpels aus dem Schacht" sogar ohne eigenes Tor. Man sieht: Es gibt gegen den FC Erzgebirge jede Menge Statistiken zu verbessern...
Angesichts der aktuellen Tabellensituation ist die Rollenverteilung für das anstehende Aufeinandertreffen klar geregelt: die Favoritenrolle liegt beim Tabellendritten Aue (16 Punkte), der nach acht Spieltagen nicht nur den Aufstiegsrelegationsplatz belegt, sondern bereits neun Zähler mehr auf dem Konto hat als unsere Hansa-Jungs (7 Punkte). Die Kogge findet sich damit auf Platz 17 und somit auf einem Abstiegsrang wieder. Siege gegen Tabellenführer Dynamo Dresden (2:0) oder die beiden Zweitliga-Absteiger Wehen Wiesbaden (2:1) und Osnabrück (2:0) unterstreichen, dass mit den Erzgebirglern in dieser Saison zu rechnen ist und dass der aktuelle Tabellenrang kein Zufall ist. Zumal mit Pavel Dotchev, nicht nur ein ehemaliger Hansa-Coach (2017 bis 2019), sondern auch der Rekord-Trainer der 3. Liga (357 Spiele) an der Seitenlinie steht, der diese Spielklasse so gut wie kein anderer kennt und sich sein Team dementsprechend zusammengestellt hat.
Zu diesem Team gehört mit Mirnes Pepic (2018-2020) auch ein ehemaliger Hansa-Spieler, der sich nach seinem Weggang aus dem Ostseestadion und einigen glücklosen und durch Verletzungen geplagten Jahren beim MSV Duisburg, den Würzburger Kickers und dem SV Meppen, zu einer festen Größe in Aue entwickelt hat. Der Montenegriner absolvierte seit dem Wechsel ins Erzgebirge bisher 45 der für ihn möglichen 46 Drittliga-Spiele und ist somit eben so wenig aus dem Team wegzudenken wie die 36-jährige Torhüter-Legende Martin Männel (535 Pflichtspiele für Aue) und die erfahrenen Offensiv-Kräfte Marvin Stefaniak (29) und Marcel Bär (32), die in der laufenden Saison bereits jeweils viermal erfolgreich waren. Auf Hansa-Seite gibt es für Antonio Jonjic, der nach überstandener Wadenverletzung wieder fit ist, und Philipp Klewin ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Verein. Beide standen zur selben Zeit für drei Spielzeiten (2020-2023) bei den "Veilchen" unter Vertrag und sind nun für unseren FCH aktiv.