20.05.2026 15:53 Uhr
An „Schulles“ heutigem Geburtstag darf an ein fußballerisches Husarenstück des F.C. Hansa erinnert werden, das vor exakt 43 Jahren in Dresden stattfand. Fußballfest zu Pfingsten in Elbflorenz – aber nur für die Gäste!
Die Konstellation an diesem 24. Spieltag der Saison 1982/83 schien für Dynamo Dresden so sinnbildlich harmonisch wie ein Strauß Pfingstrosen. Der F.C. Hansa war zu Gast – und der hatte zuletzt in Dresdens Abstiegsjahr 1968 in der Elbestadt gewonnen. 1:0 durch „Goldköpfchen“ Kostmann. Lange her.
Zu lange? Der Erwartungsdruck der einheimischen Fans war jedenfalls groß genug, um gleich mal ins Tempo zu gehen. „Champi“ Pilz hatte für Dynamo die erste Chance, die Norbert Littmann mit Flachschuss sofort ausglich. Dann der erste Geniestreich der Hanseaten. Axel Schulz, der elegante Techniker, angelte sich in einer harmlos erscheinenden Situation den Ball, dribbelte antrittsschnell auf Torwart Klimpel zu und fertig war das 1:0 (15. Minute). Dynamo konterte durch Minge zwar umgehend, aber als Radtke schlitzohrig per Freistoß das 2:1 (21. Minute) für die Hanseaten erzielte wurde es unruhig im Stadion. Sollte Dynamo, das ohnehin eine schlechte Saison spielte, nun auch noch die EC-Teilnahme im kommenden Jahr vergeigen?
Wie beim alljährlichen Stiereintreiben in Pamplona stellte sich die Szenerie dar: Wild, fahrig, gehetzt preschten die Schwarz-Gelben in die Hansa-Hälfte hinein. Doch die Rostocker, ohnehin schneller als ihre Kontrahenten, zogen ein Konterspiel auf, das, vom überragenden Schulz dirigiert, auch durch gedankliche Frische geprägt war. Die Dynamos wähnten sich wie Pfingstochsen, als sie durch taktische Schwächen den Rostockern Tür und Tor öffneten. Zachhuber (67.) und der eingewechselte Rillich (74.) schossen den sensationell hoch anmutenden Sieg heraus. Dabei hatten die Chancen darüber hinaus auch ganz andere Dimensionen zugelassen. An seinem 24. Geburtstag setzte Axel Schulz dazu die besonderen Akzente.