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27.08.2026 17:52 Uhr

Nico Neidhart im Kessel der Emotionen

Hansas Punktspielbilanz in der 3. Liga gegen den 1.FC Saarbrücken liest sich wie Eintopf: alles drin! 12 Spiele, jeweils vier Siege, Unentschieden, Niederlagen. Für die Rostocker war der Ludwigspark in Saarbrücken fünfmal eine uneinnehmbare Festung. Bis zum 16. Mai 2026.

F.C. Hansa Rostock

Am letzten Spieltag der vorigen Saison musste Hansa unter allen Umständen gewinnen, um die konjunktiv umkränzten Träumereien vom Aufstieg bis zum Aufwachen ausleben zu können. Folge: Ein vogelwildes Spiel (nach Zwischenständen von 2:0, 2:3, dann 4:3 mit Siegtor in allerletzter Minute), auf die Spitze getriebene Turbulenz und mit einem Irrwisch namens Maxi Krauss als logischen Fixpunkt.

Fixpunkt? So einer war Nico Neidhart (übrigens beim 4:3 dabei!), der neulich am Pokalabend im Ostseestadion, dem Kessel der Emotionen, gegen den VfB Stuttgart in großem Stil sowohl vom F.C. Hansa als auch von den Fans gebührend verabschiedet wurde. 200 Pflichtspiele mit 11 Toren seit 2019/20 sind eine respektable Bilanz. Bei unzähligen Akteuren, die hier kürzlich, marginal, flüchtig oder vielleicht sogar überflüssig Hof hielten, sind die Namen nur noch Schall und Rauch. Getreu dem Motto: Ach, der war auch mal bei Hansa? Neidhart darf als Gewissheit mitnehmen, dass sein Wiedersehen im Verein und mit den Anhängern immer durch die Vordertür gegeben ist.

Und wie nun von Neidhart wieder zu Saarbrücken? Ganz einfach! Neidhart gehörte zu der Spezies Spieler, die in der Saison 2020/21 entscheidend zum Aufstieg in die Zweite Liga beitrugen. In dem von widrigen Umständen (Stichwort Corona) abgehaltenen Spielbetrieb fast ausnahmslos ohne Zuschauer hämmerte Nico am 25. Spieltag gegen Mannheim das Leder voller Risiko ins gegnerische Tor, dass sich der gegnerische Torhüter bei der Zugluft des Balles fast erkältet hätte. Drei wichtige Punkte für Hansa obendrein. Noch effektvoller gestaltete Neidhart seinen Part an einem frischen Januar-Mittwochabend im fast menschenleeren Stadion. Am 27. Januar gewann Hansa sein erstes Heimspiel überhaupt in der 3. Liga gegen den 1.FC Saarbrücken. Die Gäste gingen früh in Führung. Verhoek glich per Strafst0ß beizeiten aus. Rothers Führungstor für Hansa machte nicht bedenkenlos. Auch nicht, als Neidhart nach 86 Minuten mit wuchtigem Schuss scheinbar die Vorentscheidung herbeiführte. Denn Saarbrücken verkürzte in der 90. Minute. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Foul gegen Neidhart, „Rot“ gegen Saarbrücken und Nico als später Rächer zum 4:2!