19.08.2026 10:26 Uhr
Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Aber auch nur dann, wenn der fußballerische Goliath dem kleinen David nicht die Hucke voll haut und somit die Kausalität von Überlegenheit und Erfolg außer Acht lässt. In keinem seiner bisherigen sechs Begegnungen mit dem VfB Stuttgart war der F.C. Hansa Favorit. Schon gar nicht am 18. August 2018. Sommer, Abendspiel, Flutlicht, Stimmung - das Fluidum begeisterte eine Mannschaft und ihre Fans. Hansa perfektionierte die Sensation gesetzmäßig.
Die Vorzeichen standen denkbar ungünstig. Hansa hatte einen höchst mittelmäßigen Start (Platz 10 nach vier Spielen) in die Drittligasaison 2018/19 hingelegt. Euphorie las sich irgendwie anders. Der Traum vom Aufstieg in Liga Zwei wich beizeiten der grausamen Realität. Nun also Pokal – und der VfB Stuttgart, den man in den drei Begegnungen zuvor immer (!) bezwang, stand ante portas. Die Bundesliga hatte noch nicht begonnen und Trainer Tayfun Korkut fehlte die echte Standortbestimmung. Seine Mannschaft stand mit den Granden Baumgartl, Badstuber, Aogo, Castro, Didavi und Altmeister Gomez dennoch meterhoch auf dem Favoritenschild.
18. August, Samstagabend, 20:45 Uhr. 24.400 Zuschauer im Stadionrund. Eine erwartungsvolle Spannung, die Schiedsrichter Tobias Stieler mit dem Anpfiff ventilierte. Hansa legte eine derartige Intensität an den Tag, dass man um die Stuttgarter bangen konnte, obwohl die durch Gomez schon nach drei Minuten eine gute Chance besaßen. Dann die achte Minute: Langer Ball von Rankovic auf Cebio Soukou, der den verdutzten Badstuber austanzte und dann mit dem Außenrist das Leder in der langen Ecke, vorbei am chancenlosen Ziegler, versenkte. Traumtor, Geniestreich, pure Ekstase! Die geschockten Gäste bäumten sich auf, doch ihre Aktionen waren nicht zwingend genug. Mit dem 1:0 für Hansa ging es in die Pause.
Hälfte zwei schien für die große Aufholjagd des VfB Stuttgart zu stehen. Weit gefehlt, denn die Schwaben, die zwei hochkarätige Möglichkeiten verstreichen ließen, blieben geizig mit ihren Ideen. Je länger das Spiel dauerte umso mehr brach sich auf den Traversen die Begeisterung Bahn. Das Stadion ein einziges Tollhaus. Prompt bekam die Sensation noch eine Steigerung: Sechs Minuten vor Abpfiff legte Soukou den Ball auf Mirnes Pepic, der im Spiel eine fast unglaubliche Laufleistung abspulte. Soviel Kraft besaß der Mittelfeldrenner dennoch um das Leder im Tor unterzubringen. Der hochverdiente 2:0-Erfolg war unter Dach und Fach gebracht und eine faszinierende Fußballnacht hatte ihre Krönung bekommen.
Zur Nachahmung empfohlen!