05.03.2026 16:00 Uhr
Am 3. Spieltag der Saison 2002/2003 schuf ein klares Ergebnis die klaren Fakten: Energie Cottbus bezog die höchste Heimniederlage, für die der F.C. Hansa mit seinem höchsten Auswärtssieg in der Bundesliga sorgte. Das 4:0 der Ostseestädter war beeindruckend.
Nein, ins Cottbuser „Stadion der Freundschaft“ kam nie jemand gerne zu Besuch. Wer sich fußballerisch unschicklich bewegte, dem wurden in der als „Hölle der Lausitz“ apostrophierten Arena die Leviten gelesen. Zwei Jahre in der Beletage reichten völlig, um dem „fernöstlichsten“ Bundesligisten gehörig Respekt entgegenzubringen.
Der F.C. Hansa wiederum, der bereits im Oberhaus reüssierte, war auf der Suche nach einer neuen Identität. Seine einst so gerühmte Offensivfreude verkullerte sich zusehends auf dem grünen Rasen. Das musste, unter dem seit Jahresbeginn 2002 wirkenden Trainer Armin Veh erst recht, unbedingt ganz anders werden.
Der Saisonauftakt mit zwei 2:0-Erfolgen (beim TSV 1860 München und gegen den 1.FC Nürnberg) war verheißungsvoll. Nun ging es am 24. August nach Cottbus. Dessen „Hölle“ mutierte zwar zur Baustelle, aber Hansas Antipoden waren dieselben: inmitten einer illustren Schar hochbegabter Spieler aus vieler Herren Länder etablierten sich drei Protagonisten. Erstens der knorrige Trainer Eduard „Ede“ Geyer mit klaren Ansagen, zweitens Tomislav Piplica mit einer zuweilen unkonventionellen Torhüter-Expertise und drittens Vasile Miriuta, der kahl- und mitunter starrköpfige Star-Dirigent im Mittelfeld.
Der F.C. Hansa wiederum hatte seine Schweden-Connection um Wibran, Arvidsson, Jakobsson und Lantz mit zwei Neuen (Persson und Prica) erweitert. Die nordische Kühle schien probat für die heiße Energie in der Lausitz.
Ausgerechnet René Rydlewicz, der eine Cottbuser Vergangenheit hat, schoss die Führung heraus. Typischer Fall von Ortskenntnis, wo das Tor steht. Neuzugang Rade Prica schob das 2:0 noch vor der Pause hinterher. Ede Geyers Ausflug in die Halbzeitanalyse war gerade vorbei, da versetzte Peter Wibran den frisch angeheizten Cottbusern eiskalt den Konter zum 3:0. Die Energie wich wie Luft aus einem kaputten Ballon. Nichts ging mehr. Oder doch? Jawohl! Vorher in zehn Bundesligajahren nie doppelter Torschütze holte René Rydlewicz nun doppelt nach. Seinen zwei Toren gegen Nürnberg ließ er jetzt in Cottbus mit dem finalen 4:0 seinen zweiten Doppelpack folgen und krönte damit seine Leistung als bester Spieler auf dem Platz.