10.04.2026 12:46 Uhr
Die Saison ist auf der Zielgeraden, nur noch sechs Spiele stehen in der regulären Spielzeit an und der F.C. Hansa (56 Punkte) mischt vor dem Heimspiel am Sonnabend (11. April 2026, Anpfiff 16:30 Uhr) gegen den SSV Ulm noch immer im Aufstiegsrennen mit. Der Rückstand auf Platz 2 (Essen/61) und damit den direkten Aufstieg beträgt fünf Zähler, auf Rang 3 (Cottbus/60), der die Relegation bedeuten würde, sind es vier Punkte. Es bleibt spannend an der Spitze, insgesamt sechs Teams (Osnabrück, Essen, Cottbus, Duisburg, Verl und der FCH) können sich zum jetzigen Zeitpunkt noch berechtigte Hoffnungen auf die drei vorderen Plätze machen.
Ganz anders sieht die Situation der Gäste aus, die vor Jahresfrist noch in der 2. Bundesliga spielten und nun vor dem Sturz in die Viertklassigkeit stehen. Denn die Ulmer rangieren aktuell auf dem 17. Tabellenplatz und damit dem ersten Abstiegsrang – der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt aktuell schon acht Punkte. Bei nur noch 18 zu vergebenden Zählern eine Mammutaufgabe, die nur mit der Schützenhilfe anderer Vereine und vor allem mit vielen eigenen Siegen lösbar ist. Und da beginnen die Probleme… Denn nur achtmal konnten die "Spatzen" bisher gewinnen (Hansa 15 Siege), schon 19 Spiele gingen verloren (Hansa 6 Niederlagen) – nur das Schlusslicht Schweinfurt (25), das seit dem vergangenen Spieltag rechnerisch bereits abgestiegen ist, hat öfter verloren als der SSV. Auch andere Werte machen wenig Mut: Mit 63 Gegentoren stellt man die drittschwächste Abwehr hinter Schweinfurt (76) und Havelse (73), die 41 erzielten Treffer werden nur von Schweinfurt (30), Aue (37) und Stuttgart II (40) unterboten.
Auch wenn die Zahlen gegen die Ulmer sprechen, aufgegeben hat sich das Team noch nicht. Denn seit drei Spielen wurde in der 3.Liga nicht verloren, dabei gelangen ein Sieg gegen Verl (1:0) und Punktgewinne in Cottbus und beim VfB Stuttgart II (jeweils 1:1). Gerade die Erfolgserlebnisse gegen die Spitzenteams nähren die Hoffnung, dass unter dem erfahrenen Trainer und ehemaligen Hansa-Coach Pavel Dotchev eventuell doch noch das „Wunder Klassenerhalt“ geschafft wird. Dotchev ist übrigens bereits der vierte Ex-Trainer der Kogge, der in dieser Saison im Ostseestadion zu Gast ist und versuchen wird, die 3 Punkte zu entführen. Vor ihm waren in der laufenden Spielzeit bereits Patrick Glöckner mit 1860 München (2:1, im September 2025), Mersad Selimbegovic mit Aachen (2:2, im Dezember 2025) und Jens Härtel mit Aue (2:1, im Januar 2026) gescheitert. Mit Alois Schwartz wäre es fast ein weiterer ehemaliger FCH-Coach geworden, allerdings wurde er kurz vor dem 1:1 gegen Saarbrücken (Dezember 2025) bei den Saarländern entlassen.
Doch zurück zu Pavel Dotchev. Der Bulgare machte vor der englischen Woche mit einem interessanten Schachzug auf sich aufmerksam, sortierte er doch nach der überraschenden 1:2-Pleite im Landespokal beim Regionalligisten Sonnenhof Großaspach mehrere Spieler aus, auf die er bis Saisonende größtenteils verzichten will. Dotchev erklärte die Maßnahme damit, dass diese Spieler in der Ulmer Planung nach dem Sommer ohnehin keine Rolle mehr spielen werden. Zumindest teilweise gaben der Sieg gegen Verl und der Punktgewinn in Stuttgart dem erfahrenen Übungsleiter Dotchev, der mit 384 Spielen bei 8 Vereinen Rekordtrainer der 3. Liga ist, recht.
Ein Blick noch in die Vergangenheit, die Bilanz des FCH gegen den SSV Ulm ist in bisher drei Partien sehr positiv, die beiden Siege sind dabei als "denkwürdig" einzustufen. Im Jahr 1999 gab es das berühmte "Rot-Rekord-Spiel" im Ostseestadion, dass die Kogge in der Bundesliga nach vier Platzverweisen gegen die Ulmer knapp mit 2:1 gewinnen konnte. Das Rückspiel 2000 in Ulm endete 1:1. Ein Wiedersehen zwischen beiden Teams gab es dann erst in dieser Saison (und damit nach mehr als 25 Jahren), dabei konnte der FCH mit 5:0 in Ulm gewinnen – der höchste Auswärtssieg für unsere Hanseaten in der 3. Liga. Hoffentlich ein gutes Omen für das Rückspiel.