19.08.2026 22:34 Uhr
Die wirtschaftliche Entwicklung unseres F.C. Hansa war in den vergangenen Jahren von vielen Herausforderungen, wichtigen Entscheidungen und einem langen Weg der Konsolidierung geprägt. Allen Mitgliedern, Fans und Partnern, die diese schwierigen Zeiten miterlebt, unseren Verein begleitet und ihm die Treue gehalten haben, möchten wir danken.
Die Entschuldung unseres Vereins war immer eines unserer wichtigsten Ziele – auch wenn sie über viele Jahre mehr Wunschdenken als Realität war. Gerade in einer Zeit, in der der F.C. Hansa wirtschaftlich ums Überleben kämpfen musste, schien dieses Ziel völlig illusorisch. Trotzdem haben wir nie aufgehört, daran zu glauben und gemeinsam dafür zu arbeiten.
Dass wir beim Mitgliederforum am 19. August erstmals einen konkreten Plan vorstellen konnten, mit dem wir die noch bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber der Obotritia Capital KGaA deutlich schneller als bislang vereinbart reduzieren können, ist deshalb ein wichtiger Meilenstein.
Es geht dabei um weit mehr als Zahlen. Es geht um einen Prozess, der unseren Verein über viele Jahre geprägt hat – mit Veränderungen, Verantwortung und wichtigen Entscheidungen, um den F.C. Hansa wirtschaftlich solide aufzustellen.
Ein entscheidender Schritt ist bereits geschafft
Zum 30. Juni 2026 bestanden im F.C. Hansa-Konzern noch ausstehende Verbindlichkeiten gegenüber der Obotritia Capital KGaA in Höhe von rund 12,5 Millionen Euro. Im Juli dieses Jahres konnten davon bereits 8 Millionen Euro zurückgeführt werden. Gleichzeitig hat die Obotritia Capital KGaA im Zuge dieser Zahlung auf einen Teil ihrer Forderungen verzichtet. Dadurch wurden die noch offenen Verbindlichkeiten nochmals deutlich reduziert, so dass aktuell rund 3 Millionen Euro verbleiben, 1,6 Mio bei der Ostseestadion GmbH und 1,4 Mio. beim F.C. Hansa Rostock e.V..
Durch Tilgung und den vereinbarten Forderungsverzicht konnten somit in diesem Jahr die Verbindlichkeiten gegenüber der Obotritia Capital KGaA um insgesamt rund 9,5 Millionen Euro reduziert werden. Das ist für unseren Verein eine enorme Summe. Mit dieser Zahlung wurde bereits ein sehr großer Teil der bestehenden Verbindlichkeiten abgebaut. Möglich wurde dies durch die wirtschaftliche Stabilisierung des Vereins, die positiven Ergebnisse der vergangenen Jahre und zusätzliche Einnahmen.
Für die verbleibenden Verbindlichkeiten bestand bereits eine Vereinbarung, nach der aktuell noch rund 1,4 Millionen Euro bis zum 30. Juni 2030 planmäßig getilgt werden. Diese Vereinbarung bleibt grundsätzlich bestehen. Sie lässt zugleich zu, die Tilgung früher vorzunehmen, sofern es die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Vereins erlauben.
Neu ist der zusätzliche finanzielle Spielraum bei einer vorzeitigen Tilgung: Für Zahlungen, die bis zum 30. Juni 2027 geleistet werden, verzichtet die Obotritia Capital KGaA ebenfalls auf einen Teil ihrer noch bestehenden Forderungen. Diese Regelung gilt auch für den Teil, der bis 2030 getilgt werden soll.
Unser Ziel ist es daher, rund 1,6 Millionen Euro bereits bis Ende Juni 2027 vollständig zurückzuführen.
Die mit der Obotritia Capital KGaA getroffene Vereinbarung eröffnet uns damit die Möglichkeit, den vorhandenen finanziellen Spielraum zu nutzen und die noch bestehenden Verbindlichkeiten deutlich schneller abzubauen als ursprünglich vorgesehen.
Ein Plan ohne Einschnitte beim Sport
Wichtig ist: Der beschleunigte Abbau der Verbindlichkeiten basiert nicht auf Einschnitten in den sportlichen oder operativen Bereichen des Vereins. Das Lizenzbudget für die Saison 2026/2027 befindet sich auf dem gleichen Niveau wie in der vergangenen Saison.
Möglich wird dies durch die positiven Ergebnisse der vergangenen Jahre. Dazu gehören unter anderem die Umsatzentwicklung, zusätzliche Einnahmen – beispielsweise aus dem Transfer von Ryan Naderi – sowie die enorme Unterstützung unserer Mitglieder, Fans und Partner.
Dass wir dadurch nicht nur Verbindlichkeiten weiter abbauen, sondern gleichzeitig in der 3. Liga auch die Investition in unsere neue Flutlichtanlage realisieren konnten, macht uns als Verein sehr stolz.
Ronald Maul, Vorstandsvorsitzender: „Die Entschuldung ist für den F.C. Hansa ein historischer Schritt. Zum ersten Mal können wir nicht nur von diesem Ziel sprechen, sondern einen konkreten Plan vorlegen, wie wir es erreichen wollen. Entscheidend ist dabei, dass wir diesen Weg gehen können, ohne unsere sportlichen und operativen Planungen einzuschränken. Das ist das Ergebnis dessen, was wir in den vergangenen Jahren gemeinsam geschaffen haben. Viele Menschen im und rund um den Verein haben dazu beigetragen, dass wir heute diesen Handlungsspielraum haben. Dafür können wir nur dankbar sein.“
Die wirtschaftliche Grundlage
Roman Velke, Vorstand für Finanzen und Organisation: „Die wirtschaftliche Konsolidierung der vergangenen Jahre und der Transferüberschuss aus der abgelaufenen Saison haben die Voraussetzungen geschaffen, den Abbau der Verbindlichkeiten jetzt zu beschleunigen. Gleichzeitig ist dieser Schritt das Ergebnis einer konsequenten Weiterentwicklung im Finanz- und Organisationsbereich. Wir können unsere wirtschaftliche Situation heute transparenter und planbarer steuern. Dazu gehören der Aufbau von Liquiditätsreserven ebenso wie die Pflege verlässlicher Beziehungen zu unseren Hausbanken und weiteren Finanzpartnern. Zudem haben wir Strukturen und Systeme geschaffen, mit denen wir unsere finanzielle Situation noch besser analysieren, Entwicklungen frühzeitig erkennen und Entscheidungen auf einer belastbaren Grundlage treffen können. Das stärkt unsere finanzielle Stabilität und ermöglicht uns heute, vorhandene Spielräume verantwortungsvoll für den weiteren Abbau der Verbindlichkeiten zu nutzen.“
Ein langer Weg mit vielen Unterstützern
Auch unser strategischer Partner Rolf Elgeti hat diesen Prozess über viele Jahre begleitet. Bereits 2015 wurden die Verbindlichkeiten gegenüber der DKB aus dem Stadionkredit übernommen. Damit konnte eine wichtige wirtschaftliche Grundlage für den Verein geschaffen werden. Die Übernahme war zugleich emotional von großer Bedeutung: Unser Stadion konnte wieder seinen Namen Ostseestadion tragen.
Sebastian Eggert, Aufsichtsratsvorsitzender: „Wenn man den F.C. Hansa über viele Jahre begleitet hat, dann weiß man, dass das, was wir heute erreicht haben, alles andere als selbstverständlich ist. Es gab Zeiten, in denen es für unseren F.C. Hansa nicht um Entwicklung, sondern um das wirtschaftliche Überleben ging. Dass wir heute darüber sprechen können, einen großen Teil der noch bestehenden Verbindlichkeiten deutlich früher abzubauen, hätte man sich in diesen Jahren kaum vorstellen können. Hinter dem Abbau der Verbindlichkeiten stehen daher nicht nur Zahlen, sondern Menschen, Entscheidungen und viele Jahre Arbeit für unseren Verein. Jeder Euro, den wir heute nicht mehr für Zinsen aufwenden müssen, schafft zusätzlichen Spielraum für unsere Zukunft. Dass wir die bestehenden Verbindlichkeiten nun schneller reduzieren können als ursprünglich vereinbart, ist deshalb eine gute Nachricht für den gesamten Verein. Viele Menschen haben Verantwortung übernommen, schwierige Entscheidungen getroffen und ihren Beitrag geleistet. Dafür gebührt ihnen unser größter Respekt und unser aufrichtiger Dank.“
Rolf Elgeti, strategischer Partner unseres Vereins: „Im Mittelpunkt stand und steht für mich immer die Frage, was für Hansa langfristig gut ist. Dass der Verein heute wirtschaftlich so aufgestellt ist, dass er seine Verbindlichkeiten schneller abbauen kann, freut mich deshalb sehr. Dieser Spielraum ist das Ergebnis der Arbeit, die Hansa in den vergangenen Jahren geleistet hat. Jetzt gilt es, ihn verantwortungsvoll zu nutzen und den eingeschlagenen Kurs beizubehalten.“
Neue Möglichkeiten – weiterhin große Verantwortung
Der weitere Abbau der Verbindlichkeiten verbessert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des F.C. Hansa. Mit dem Rückgang der Zinsbelastungen können künftig rund 500.000 Euro pro Jahr für andere Bereiche zur Verfügung stehen – insbesondere für Sport und Infrastruktur.
Zudem werden mit dem Abbau der Verbindlichkeiten die bestehenden Sicherheiten schrittweise freigegeben. Dadurch verbessern sich auch die Möglichkeiten für künftige Finanzierungen.
Gleichzeitig bleibt klar: Wirtschaftliche Vernunft steht auch künftig an erster Stelle. Der zusätzliche Handlungsspielraum soll verantwortungsvoll genutzt werden. Unser Anspruch bleibt, den Verein dauerhaft solide aufzustellen und Entscheidungen mit Blick auf seine langfristige Zukunft zu treffen.
.Ein langer Weg. Ein klares Ziel.
Der F.C. Hansa hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, seine wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. Heute haben wir die Möglichkeit, die noch bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber der Obotritia Capital KGaA schneller abzubauen als ursprünglich vorgesehen.
Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Vereins haben wir damit einen konkreten und realistischen Plan, an dessen Ende die vollständige Entschuldung von den Verbindlichkeiten gegenüber der Obotritia Capital KGaA stehen kann.
Doch ebenso wichtig ist, was dieser Weg für unseren Verein bedeutet: mehr wirtschaftlicher Handlungsspielraum, weniger Zinsbelastungen und eine stärkere Basis für die kommenden Jahre.
Das wäre ohne euch nicht möglich gewesen. Ohne die Treue unserer Mitglieder, den unermüdlichen Einsatz unserer Fans, das Vertrauen unserer Partner und Sponsoren sowie das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stünden wir heute nicht an diesem Punkt.
Die Geschichte unseres Vereins war nie einfach. Aber sie hat immer wieder gezeigt, was möglich ist, wenn wir zusammenstehen.
Lasst uns deshalb auch die nächsten Schritte gemeinsam gehen – mit Mut, Verantwortung und dem festen Willen, unseren F.C. Hansa nachhaltig und erfolgreich in die Zukunft zu führen.
Denn eines hat uns unsere Geschichte immer wieder gelehrt: Gemeinsam können wir mehr erreichen.