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07.05.2026 12:14 Uhr

Bildungsfahrt zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Am 29. April 2026 hat unsere Abteilung Fanbelange gemeinsam mit der Kooperativen Gesamtschule Rostock eine Bildungsfahrt zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen organisiert. Mit dabei: 50 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren sowie drei Lehrkräfte der KGS Südstadt. Eine gemischte Gruppe aus verschiedenen Klassen – neugierig, offen und bereit, sich mit einem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen.

Als demokratisch geführter Verein ist es uns wichtig, gesellschaftliche Verantwortung nicht nur zu benennen, sondern aktiv zu leben. Fußball ist für uns immer auch Spiegel der Gesellschaft – und genau deshalb wollen wir junge Menschen dabei unterstützen, Demokratie nicht nur zu verstehen, sondern sie im Alltag bewusst zu gestalten. Unser Ziel ist es, Impulse zu geben, zum Nachdenken anzuregen und Räume für offenen Austausch zu schaffen.

F.C. Hansa Rostock

Los ging’s um 08:00 Uhr an der Schule in der Rostocker Südstadt. Nach der Ankunft in Berlin startete das Programm mit einem Einführungsfilm, der einen Überblick über die Geschichte des Ortes sowie die politische Situation in Deutschland nach der Zeit des Nationalsozialismus und in der DDR gab.

Anschließend wurde die Gruppe geteilt: Eine Hälfte wurde von einem Historiker durch die Anlage geführt, die andere von einem Zeitzeugen. Besonders bewegend: die persönlichen Schilderungen des ehemaligen Inhaftierten, der bis in die späten 1980er Jahre selbst in Hohenschönhausen festgehalten wurde. Seine Geschichte hat viele nachdenklich gemacht – und genau das war auch eines der Ziele dieser Fahrt.

Die Gedenkstätte selbst steht für die Aufarbeitung politischer Verfolgung in der DDR. Auf dem Gelände der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit wird eindrücklich vermittelt, welchen Repressionen politische Gefangene ausgesetzt waren. Ein Ort, der zeigt, wie wichtig Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Werte sind – gerade heute.

Für uns als Verein ist klar: Diese Auseinandersetzung bleibt aktuell. Die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa machen deutlich, wie wichtig es ist, sich mit Geschichte zu beschäftigen und daraus zu lernen. Deshalb war diese Fahrt kein Einzelprojekt. Sie knüpft an unsere Bildungsfahrt zur Gedenkstätte Sachsenhausen im Jahr 2025 an – und weitere Formate sind bereits in Planung.

Unser Fazit: Die Fahrt war ein voller Erfolg. Organisation und Zusammenarbeit mit der Schule liefen reibungslos, vor allem aber hat das Erlebte Wirkung gezeigt. Schon vor Ort und später auf der Rückfahrt wurde intensiv diskutiert, Fragen wurden gestellt, Eindrücke geteilt. Genau diese Gespräche sind es, die hängen bleiben.

Ein besonderer Moment war der Austausch mit dem Zeitzeugen, der überrascht und zugleich sehr positiv reagierte, als er erfuhr, dass die Gruppe aus Rostock kommt und die Bildungsreise vom F.C. Hansa initiiert wurde. Für uns ein wichtiges Zeichen, dass Fußball auch abseits des Spielfelds eine verbindende und bildende Rolle einnehmen kann. Solche Impulse wollen wir bewusst weitergeben und ausbauen.

Gegen 18:30 Uhr kehrte die Gruppe schließlich zurück nach Rostock – mit vielen Eindrücken, neuen Perspektiven und dem Gefühl, dass sich dieser Tag gelohnt hat.